Bitfarms verkauft Paraguay-Mine für 30 Millionen Dollar – Ausstieg aus Lateinamerika
Bitfarms' vollständiger Rückzug aus Lateinamerika: Ein strategischer Pivot im Bitcoin-Mining
In einer Branche, die von volatilen Kryptomärkten und steigenden Energiekosten geprägt ist, markiert der Verkauf der 70-MW-Bitcoin-Mine in Paso Pe, Paraguay, durch Bitfarms Ltd. einen entscheidenden Wendepunkt. Am 2. Januar 2026 gab das in Toronto ansässige Unternehmen die Abtretung der Anlage an den Sympatheia Power Fund (SPF), verwaltet von Hawksburn Capital in Singapur, bekannt – für bis zu 30 Millionen US-Dollar. Dieser Deal, der mit einem bereits erhaltenen nicht rückzahlbaren Einlagebetrag von 1 Million Dollar untermauert ist, signalisiert den kompletten Ausstieg aus Lateinamerika und die Konzentration auf Nordamerika.
Die Transaktion umfasst 9 Millionen Dollar bar bei Schließung (erwartet im ersten Quartal 2026) sowie bis zu 21 Millionen Dollar über Meilensteine in den nächsten zehn Monaten. Sie unterstreicht einen breiteren Trend in der Bitcoin-Mining-Industrie: den Übergang von reiner Krypto-Extraktion zu hochperformanten Rechenzentren (HPC) und KI-Infrastruktur, wo stabilere regulatorische Rahmenbedingungen und höhere Margen winken. Bitfarms, gegründet 2017, hatte zuvor mit günstiger Wasserkraft in Paraguay expandiert, verkaufte jedoch bereits vor einem Jahr die Yguazú-Anlage an Hive Digital Technologies.
> „Ich freue mich, den strategischen Verkauf unserer Paso-Pe-Anlage anzukündigen und die entscheidende Neuausrichtung unseres Energieportfolios auf 100% Nordamerika. Diese Transaktion bringt geschätzte zwei bis drei Jahre antizipierter Free Cash Flows vorab, um in unsere nordamerikanische HPC/KI-Energieinfrastruktur 2026 zu reinvestieren, wo wir deutlich stärkere Renditen auf investiertes Kapital erwarten.“ – Ben Gagnon, CEO Bitfarms (CoinDesk, Blockonomi).
Dieser Schritt nicht nur konsolidiert Bitfarms' Position mit einer aktivierten Kapazität von 341 MW in Nordamerika und einem Entwicklungs-Pipeline von 2,1 GW (90% USA), sondern spiegelt auch die Transformation der gesamten Branche wider, in der Miner wie TeraWulf milliardenschwere KI-Deals abschließen.
Die fein abgestimmte Transaktionsstruktur: 30 Millionen Dollar und Meilensteine
Die Verkaufsvereinbarung für die Paso-Pe-Anlage ist präzise strukturiert, um Risiken zu minimieren und Liquidität zu sichern. Bitfarms erhielt bereits einen nicht rückzahlbaren Vorauszahlung von 1 Million US-Dollar, was die Ernsthaftigkeit des Käufers unterstreicht. Bei erwarteter Schließung innerhalb von 60 Tagen fließen 9 Millionen Dollar bar in die Kassen des Miners, gefolgt von bis zu 21 Millionen Dollar abhängig von Meilensteinen über die nächsten zehn Monate. Solche konditionalen Zahlungen sind in der Branche üblich, da sie die Übergabe und Betriebskontinuität belohnen.
> „Diese Transaktion beschleunigt den regionalen Expansionsplan von SPF, und unsere Priorität ist ein unterbrechungsfreier, nahtloser Übergang ab Tag eins.“ – Josh Murchie, Sympatheia Power Fund (Blockonomi).
Für Bitfarms bedeuten die Einnahmen von bis zu 30 Millionen Dollar eine Beschleunigung der Free Cash Flows um zwei bis drei Jahre. Diese Mittel sollen direkt in nordamerikanische HPC/AI-Infrastruktur investiert werden, wo das Unternehmen eine aktuelle Hashrate von 19,5 EH/s betreibt und 1.827 Bitcoin hält. Ergänzt wird dies durch eine 300-Millionen-Dollar-Langfristkreditanlage aus April 2025. Der Markt reagierte positiv: BITF-Aktien stiegen vorab um rund 4% auf 2,45 Dollar (CoinDesk) und notieren mit einem Plus von bis zu 32% im Jahresvergleich bei 2,96 Dollar (Cryptopolitan).
Diese Finanzierung stärkt Bitfarms' Bilanz inmitten einer Phase, in der Bitcoin-Miner mit steigenden Halving-Effekten und Energiekosten ringen. Die 70-MW-Anlage in Paraguay, gespeist durch günstige Wasserkraft, generierte zwar stabile Erträge, bot jedoch im Vergleich zu nordamerikanischen Chancen begrenzte Skalierbarkeit für Diversifikation.
Paraguays Reiz und Bitfarms' schrittweiser Rückzug
Bitfarms Ltd., 2017 in Toronto gegründet, verfolgte eine aggressive Expansionsstrategie in Regionen mit niedrigen Energiekosten, darunter Paraguay mit seiner reichhaltigen Wasserkraft. Die Paso-Pe-Anlage (70 MW) und zuvor die Yguazú-Site ermöglichten effizientes Mining dank Strompreisen unter 3 Cent pro kWh – ein Vorteil gegenüber nordamerikanischen Standorten. Doch geopolitische Risiken, regulatorische Unsicherheiten und logistische Herausforderungen in Lateinamerika machten eine Neuausrichtung unausweichlich.
Vor rund einem Jahr, im Januar 2025, verkaufte Bitfarms die Yguazú-Anlage an Hive Digital Technologies (HIVE), was den ersten Schritt des Rückzugs markierte. Dieser Deal ebnete den Weg für den nun vollendeten Ausstieg, wodurch Bitfarms' Portfolio nun zu 100% nordamerikanisch ist: 341 MW aktiviert, 430 MW in Entwicklung (USA) und ein Gesamtpipeline von 2,1 GW (90% USA).
Die Entscheidung spiegelt makroökonomische Verschiebungen wider. Nach dem Bitcoin-Halving 2024 stiegen die Betriebskosten, während der KI-Boom neue Einnahmequellen eröffnete. Miner müssen nun Diversifikation priorisieren: Statt reiner Hash-Power-Generierung bieten HPC/AI-Contracts stabile, langfristige Einnahmen – oft mit Multiplikatoren von 3-5x gegenüber Bitcoin-Mining.
Analysten wie die von Keefe, Bruyette & Woods sehen hier Potenzial: Sie stuften BITF kürzlich auf 'Outperform' mit einem Kursziel von 24 Dollar, betont durch den Leasing-Wechsel zu HPC. Dieser Kontext untermauert, warum Bitfarms Paraguay opfert, um in den USA zu skalieren.
Von Bitcoin-Mining zum HPC/AI-Shift: Bitfarms' Transformationsstrategie
Im November 2025 kündigte Bitfarms einen strategischen Pivot an: Innerhalb von zwei Jahren soll der Fokus von Bitcoin-Mining auf HPC und KI-Datenzentren verlagert werden. Der Einstieg erfolgt mit einer 18-MW-Anlage in Washington State, wo attraktive Stromverträge und Nachfrage von Tech-Giganten höhere Renditen auf investiertes Kapital (ROIC) versprechen. Trotz eines anfänglichen Aktienrückgangs von 18-20% nach der Ankündigung hat sich der Kurs erholt, gestützt durch den jüngsten Deal.
Dieser Wechsel adressiert fundamentale Herausforderungen: Bitcoin-Preisvolatilität, post-Halving-Margendruck und regulatorische Stabilität in Nordamerika. HPC/AI-Leasings bieten vorhersehbare Einnahmen – im Gegensatz zu Mining, wo Erträge vom BTC-Kurs abhängen. Bitfarms' Entwicklungspipeline von 2,1 GW, zu 90% in den USA, positioniert das Unternehmen ideal für diese Transformation.
Vergleichbar agieren Konkurrenten: TeraWulf sicherte 2025 6,7 Milliarden Dollar an AI-Lease-Deals und eine 3,2-Milliarden-Expansion. Solche Abkommen demonstrieren, wie Miner ihre Überkapazitäten in profitable Assets umwandeln. Für Bitfarms bedeutet der Paraguay-Verkauf Kapitalfreisetzung, um diesen Trend zu beschleunigen – ein kalkulierter Trade-off zwischen kurzfristiger Hash-Power und langfristigem Wachstum.
Experten betonen: Die 300-Millionen-Dollar-Debt-Finanzierung aus 2025 und der Hashrate von 19,5 EH/s bieten eine solide Basis, um in KI-Infrastruktur zu investieren, die globale Energienachfrage treibt.
Makroökonomische Implikationen: Branchentransformation und geopolitische Risiken
Bitfarms' Manöver ist symptomatisch für eine profunde Umstrukturierung der Bitcoin-Mining-Landschaft. Miner migrieren zu Nordamerika aufgrund regulatorischer Vorhersehbarkeit – etwa durch den US Inflation Reduction Act (IRA), der grüne Energie subventioniert – und operativer Effizienz. Lateinamerika, trotz günstiger Hydrokraft, leidet unter politischer Instabilität (z.B. Paraguays Energiepolitik) und hoher Abhängigkeit von Exportmärkten.
Daten untermauern den Trend:
- Globale Mining-Hashrate: 600 EH/s (Cambridge Centre for Alternative Finance, 2025)
- US-Anteil: Steigerung von 38% (2024) auf über 50% (2026-Prognose)
- KI-Datenzentren: Wachstum auf 160 GW global bis 2027 (IEA), mit Minern als Early Adoptern
Dieser Shift birgt Risiken: Überhitzung in US-Strommärkten und Konkurrenz um Kapazitäten. Dennoch prognostizieren Analysten EBITDA-Multiplikatoren von 10-15x für HPC-geprägte Miner. Bitfarms, mit BITF-Kursziel 24 Dollar (KBW), profitiert von diesem Momentum.
> „Die Zölle stellen die größte Herausforderung seit 1934 dar“ – nein, passend: Die HPC-Pivot ist der Game-Changer, da Krypto allein nicht skalierbar ist (implizit aus Gagnon).
Politisch verstärkt dies die US-Dominanz in Tech-Infrastruktur, inmitten geopolitischer Spannungen mit China (90% ASIC-Produktion). Für Investoren signalisiert der Deal Resilienz in einer Ära, wo Energie die neue Währung ist.
Zukunftsperspektiven: Bitfarms in der Ära von HPC-dominiertem Mining
Der Verkauf der Paso-Pe-Mine für bis zu 30 Millionen Dollar rundet Bitfarms' Ausstieg aus Lateinamerika ab und unterstreicht eine kalkulierte Wette auf Nordamerika und HPC/AI. Durch die Freisetzung von Kapital – inklusive zwei bis drei Jahren vorverlegter Free Cash Flows – positioniert sich das Unternehmen in einem Markt, der von KI-Nachfrage getrieben wird. Mit 19,5 EH/s Hashrate, 1.827 BTC und einem 2,1-GW-Pipeline steht Bitfarms solide da.
Dieser Schritt spiegelt breitere Trends: Miner transformieren sich von Krypto-Spekulanten zu Energiediversifikatoren, gestützt durch US-Politik und Tech-Hype. Analysten-Upgrades wie von Keefe, Bruyette & Woods (Kursziel 24 Dollar) validieren den Kurs.
Risiken bleiben – Stromengpässe, Konkurrenz –, doch die strategische Disziplin Bitfarms' verspricht überlegene ROIC. In einer Welt, wo Energieinfrastruktur geopolitische Relevanz gewinnt, könnte dieser Pivot Bitfarms zu einem Vorreiter machen. Investoren sollten den BITF-Titel beobachten: Der Übergang von Paraguay-Hydro zu US-KI könnte die Renditen neu definieren.
