Weltwirtschaft 2026: Trump-Zölle und China-Konflikt bleiben Risiken
Abgeschwächtes Wachstum in Sicht: Die OECD-Prognose für die Weltwirtschaft 2026
Die Weltwirtschaft nähert sich dem Jahr 2026 mit gedämpften Erwartungen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert ein globales Wirtschaftswachstum von nur noch 2,9 Prozent, nach 3,2 Prozent im Vorjahr. Dieser Rückgang ist primär auf anhaltende Handelsspannungen zurückzuführen, die durch die protektionistische Politik der USA unter Präsident Donald Trump verschärft werden. Besonders die Trump-Zölle, die auf ein Rekordhoch seit 1934 gestiegen sind, sowie der fragile Waffenstillstand im US-China-Konflikt belasten Investoren weltweit und schaffen eine Atmosphäre der Unsicherheit.
Im April 2025 führte Trump die sogenannten 'Liberation Day'-Zölle ein, die nahezu alle Handelspartner betrafen und den durchschnittlichen US-Tarifsatz von 2,5 Prozent bei Amtsantritt auf beeindruckende 17,9 Prozent anhoben (Yale Budget Lab via DW). Diese Maßnahmen, die unter Berufung auf nationale Notstände verkündet wurden, lösten weltweite Marktturbulenzen und Vergeltungsmaßnahmen aus. Der Höhepunkt des US-China-Handelskriegs sah Tarife von 145 Prozent auf chinesische Importe in die USA und 125 Prozent umgekehrt (LA Times).
Trotz eines 12-monatigen Waffenstillstands, der im Oktober 2025 auf einem Trump-Xi-Gipfel vereinbart wurde, bleibt die Lage prekär. Experten warnen vor einer Eskalation der Technologie-Rivalität in Bereichen wie KI, Quantencomputing und Robotik. „Es ähnelt eher einem Waffenstillstand als einem dauerhaften Friedensabkommen, das den Handelskrieg zwischen den USA und China beenden würde“, betont Rajiv Biswas, Geschäftsführer bei Asia Pacific Economics (DW).
Dieser Artikel analysiert die Ursachen dieses Wachstumsschwunds, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle, den Status des US-China-Konflikts und die breiteren geopolitischen Risiken. Inmitten hoher Schuldenstände, anhaltender Inflation und geopolitischer Spannungen droht die globale Konjunktur an ihre Grenzen zu stoßen – ein Szenario, das Investoren und Politiker gleichermaßen wachsam halten sollte.
Die Eskalation der Trump-Zölle: Protektionismus auf Rekordniveau
Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat die US-Handelspolitik einen dramatischen Schwenk vollzogen. Der durchschnittliche Tarifsatz stieg von 2,5 Prozent auf 17,9 Prozent, den höchsten Wert seit 1934 (Yale Budget Lab via DW). Diese Entwicklung kulminierte im April 2025 mit den 'Liberation Day'-Zöllen, die nahezu jeden Handelspartner trafen und den US-Handelsdefizit abbauen sollten.
Frühere Maßnahmen wie die Erhöhung der Zölle auf Stahl und Aluminium von 25 Prozent auf 50 Prozent waren Vorboten einer aggressiven Protektionismusstrategie. Diese Politik führte zu Lieferkettenstörungen und globalen Marktturbulenzen, da Partnerländer mit Vergeltungszöllen reagierten. Die US-Wirtschaft zeigte dennoch Resilienz: Das BIP-Wachstum im dritten Quartal 2025 betrug annualisiert 4,3 Prozent, getrieben von massiven KI-Investitionen, die etwa 40 Prozent des Wachstums ausmachten (Al Jazeera).
> „Front-loading of imports is fading out, and the effects of tariffs on inflation are likely to become more visible in 2026“ – Rolf J. Langhammer, Kiel Institute (Al Jazeera).
Trotz einer Inflation von 2,7 Prozent im November 2025 (yoy, Al Jazeera) bleibt das Verbrauchervertrauen niedrig, da die Vorteile ungleich verteilt sind und Preise steigen. Rechtliche Herausforderungen lauern: Das US-Supreme Court wird 2026 über die Legalität der unter Notstandsrecht verhängten Zölle urteilen, nachdem niedere Instanzen dies als Verstoß gegen den Kongress kritisierten (DW, LA Times).
Die Zölle zielen auf eine Reindustrialisierung der USA ab, bergen jedoch Risiken einer globalen Fragmentierung des Handels. Asiatische Volkswirtschaften leiden besonders, wie Alicia Garcia Herrero von Natixis warnt: „Trumps Zölle [werden] asiatische Volkswirtschaften 2026 noch stärker treffen werden – vor allem angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen“ (DW).
Der fragile US-China-Waffenstillstand und seine Implikationen
Der US-China-Konflikt bleibt ein zentrales Risiko für die Weltwirtschaft. Im April 2025 erreichten die gegenseitigen Zölle Höchststände von 145 Prozent (USA auf China) und 125 Prozent (China auf USA). Ein 12-monatiger Waffenstillstand, vereinbart auf dem Trump-Xi-Gipfel im Oktober 2025, bietet vorläufige Entspannung, doch Experten sehen darin keinen dauerhaften Frieden.
> „Es ähnelt eher einem Waffenstillstand als einem dauerhaften Friedensabkommen, das den Handelskrieg zwischen den USA und China beenden würde“ – Rajiv Biswas, Geschäftsführer, Asia Pacific Economics (DW).
Biswas erweitert: „Die USA und China befinden sich nach wie vor in einem geostrategischen Wettbewerb, der die Rivalität in Schlüsselbereichen wie der Verteidigungstechnologie und fortschrittlichen Fertigungsindustrien wie KI, Quantencomputing und Robotik vorantreibt“ (DW). Diese Technologie-Rivalität eskaliert mit erwarteten weiteren Sanktionen.
China plant trotz Strukturproblemen ein Wachstum von rund 5 Prozent für 2026 (DW). Doch das Wachstumsmodell priorisiert Angebot über Nachfrage:
> „Chinas Wachstumsmodell gebe weiterhin dem Angebot Vorrang vor der Nachfrage, was zu chronischen Überkapazitäten und anhaltend schwachen Verbraucherausgaben führt“ – Neil Shearing, Chefvolkswirt, Capital Economics (DW).
Strukturelle Herausforderungen wie eine alternde Bevölkerung und schwache Inlandsnachfrage persistieren. Der Waffenstillstand könnte scheitern, wenn geopolitische Spannungen zunehmen, was globale Lieferketten weiter fragmentieren würde.
Auswirkungen auf globale Lieferketten und asiatische Volkswirtschaften
Die anhaltenden Handelskonflikte fragmentieren globale Lieferketten und belasten besonders Asien. Trumps Zölle verschärfen geopolitische Spannungen, die zu einer Umstrukturierung des Handels führen. Die OECD hebt hervor, dass Unsicherheit Investitionen dämpft und Wachstum bremst.
Wichtige Datenpunkte:
- Globales Wachstum: 3,2 Prozent (2025) → 2,9 Prozent (2026) – OECD
- US-Tarife: 2,5 Prozent (Jan 2025) → 17,9 Prozent (aktuell)
- KI-Investitionen trieben ~40 Prozent des US-Wachstums 2025
In Asien führt dies zu Überkapazitäten und schwacher Nachfrage. Die USA schlagen zudem eine 2.000-Dollar-Tarifeinnahmen-Dividende für Bürger vor, deren Details unklar sind (LA Times). Dies könnte den Inlandsverbrauch ankurbeln, birgt aber Inflationsrisiken.
> „Trumps Zölle [werden] asiatische Volkswirtschaften 2026 noch stärker treffen werden – vor allem angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen“ – Alicia Garcia Herrero, Natixis (DW).
Die Kombination aus hohen Schulden, Inflation und geopolitischen Risiken macht die Weltwirtschaft vulnerabel. Niedriges Verbrauchervertrauen in den USA verstärkt den Druck.
Geopolitische und rechtliche Unsicherheiten: Der Supreme-Court-Fall
Neben wirtschaftlichen Effekten schaffen geopolitische und rechtliche Unsicherheiten weitere Risiken. Das US-Supreme Court wird 2026 über die Verfassungsmäßigkeit der Trump-Zölle entscheiden, die per nationalem Notstand umgangen wurden. Niedrigere Gerichte urteilten bereits gegen diese Praxis (DW, LA Times).
Dieser Fall könnte die gesamte Protektionismus-Agenda kippen und Märkte volatil machen. Parallel eskaliert die Technologie-Rivalität: USA und China konkurrieren in KI, Quantencomputing und Robotik, mit neuen Sanktionen im Anmarsch (DW).
Die US-Wirtschaft profitiert kurzfristig von AI-Investitionen, doch Blasenrisiken wachsen (Al Jazeera). Globale hohe Schulden und Inflation verstärken die Vulnerabilität. Investoren müssen mit anhaltender Unsicherheit rechnen, die langfristig zu einer Dekonjunktur führen könnte.
Insgesamt unterstreicht die OECD, dass Handelsspannungen das größte Risiko darstellen, was eine koordinierte internationale Politik erfordert – ein fernes Ziel in Zeiten nationaler Prioritäten.
Ausblick 2026: Unsicherheit als dominantes Narrativ
Zusammenfassend droht die Weltwirtschaft 2026 unter dem Gewicht von Trump-Zöllen und dem US-China-Konflikt ein Wachstumsschwund auf 2,9 Prozent. Während die USA durch KI getriebenes Wachstum zeigen, lastet die globale Unsicherheit auf Investitionen und Konsum.
Der fragile Waffenstillstand und rechtliche Auseinandersetzungen am Supreme Court erhöhen die Volatilität. Strukturelle Probleme in China und fragmentierte Lieferketten verschärfen das Bild.
Investoren sollten diversifizieren und auf geopolitische Risiken achten. Politiker müssen über nationalen Protektionismus hinausdenken, um eine stabile Ordnung zu sichern. Die Unsicherheit wird das dominante Narrativ des Jahres bleiben – eine Mahnung an die Grenzen unilateraler Politik.
