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Tesla-Desaster: Cybertruck-Flop kostet koreanischen Zulieferer 2,9-Milliarden-Dollar-Auftrag

Der verpuffte Milliardenvertrag: L&F trifft das Tesla-Cybertruck-Desaster

Ein verpuffter Liefervertrag im Wert von 2,9 Milliarden US-Dollar wirft ein Schlaglicht auf die prekären Risiken in der E-Mobilitäts-Zulieferkette. Der südkoreanische Kathodenhersteller L&F Co. hatte im Februar 2023 einen Vertrag mit Tesla abgeschlossen, um hochnickelhaltige Kathoden für die revolutionären 4680-Batteriezellen im Wert von rund 3,83 Billionen Won (ca. 2,9 Milliarden Dollar) zu liefern – geplant von Januar 2024 bis Dezember 2025 (heise.de, Reuters). Tatsächlich wurden jedoch nur Waren im Umfang von 7.386 Dollar (9,73 Millionen Won) abgenommen, eine Kürzung um nahezu 99 Prozent.

Dieser Fall ist kein isoliertes Missgeschick, sondern symptomatisch für die Krise der Elektrofahrzeugbranche. Der Auftrag war ausschließlich für Teslas Cybertruck vorgesehen, dessen Produktion und Absatz sich als massiver Flop entpuppt haben. Statt der Kapazität von 250.000 Einheiten pro Jahr in der Giga Texas wurden weniger als 25.000 Fahrzeuge verkauft (heise.de). Der entgangene Umsatz hätte L&Fs Jahresumsatz verfünffacht – ein harter Schlag für den Zulieferer, dessen Aktie am 30. Dezember 2025 um 11 Prozent einbrach (LA Times).

> „Probleme mit den Produktionsausbeuten der 4680-Batterien von Tesla und eine Verlangsamung des EV-Nachfragewachstums könnten die Kürzung der Bestellungen bei L&F beeinflusst haben. Es gibt allgemeine Ängste im Batteriebereich.“ – Cho Hyun-ryul, Senior-Analyst bei Samsung Securities (Reuters).

Dieser Vorfall beleuchtet nicht nur Teslas strategische Fehltritte, sondern auch die Abhängigkeit von spezifischen Modellen und Technologien in einer Branche, die von Nachfrageschwäche, politischen Unsicherheiten und chinesischer Konkurrenz geprägt ist.

Die Details des geplatzten Vertrags: Von 2,9 Milliarden zu fast nichts

Im Februar 2023 schloss L&F, ein führender südkoreanischer Produzent hochnickelhaltiger Kathodenmaterialien, einen Meilenstein-Vertrag mit Tesla ab. Der Deal umfasste die Lieferung von Kathoden für 4680-Zellen im Gesamtwert von 3,83 Billionen südkoreanischen Won, was je nach Wechselkurs zwischen 2,67 und 2,9 Milliarden US-Dollar entspricht (heise.de, Reuters). Die Lieferungen sollten von Januar 2024 bis Dezember 2025 erfolgen und hätten für L&F einen Umsatzsprung um das Fünffache bedeutet – ein Game-Changer für das 2014 gegründete Unternehmen.

Ende Dezember 2025 gab L&F jedoch die Revision des Vertrags bekannt. Statt der geplanten Volumina wurden nur 9,73 Millionen Won (ca. 7.386 Dollar) abgenommen. Keine weiteren Einnahmen sind zu erwarten. Die Aktie des Unternehmens fiel daraufhin um 11 Prozent (LA Times).

> „Die Revision war unvermeidbar, da Zeitpläne an Veränderungen im globalen Elektrofahrzeugmarkt und Batterielieferbedingungen angepasst wurden. Es gab keine Änderungen bei Lieferungen oder Kundenversorgung mit unserem Flaggschiff-Hochnickelprodukt.“ – Stellungnahme von L&F (LA Times).

Diese Kürzung um 99 Prozent unterstreicht die Abhängigkeit von Teslas Produktionsplänen. L&F hatte massiv in Kapazitäten investiert, nun droht ein Kapazitätsüberschuss in einer Branche mit rückläufiger Nachfrage.

Cybertruck im Fokus: Der massive Produktions- und Absatzflop

Der Cybertruck, Teslas polarisierendes Flaggschiff, steht im Zentrum des Desasters. Die Gigafactory Texas ist für 250.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt, doch der tatsächliche Absatz liegt bei weniger als 25.000 Fahrzeugen jährlich – weniger als 10 Prozent der Kapazität (heise.de). Der Pick-up, der Ende 2023 endlich in Serie ging, litt unter jahrelangen Verzögerungen, Rückrufen und Qualitätsmängeln.

Teslas gesamte Auslieferungen im vierten Quartal 2025 beliefen sich auf 418.227 Fahrzeuge, ein Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr; das Jahresgesamtergebnis sank um 9 Prozent (NY Post). Der Cybertruck trägt maßgeblich zu dieser Schwäche bei, da die 4680-Zellen ausschließlich dort verbaut werden.

Trotz interner Käufe – SpaceX und xAI erwarben kürzlich über 1.000 Cybertrucks (Electrek via heise.de) – fehlt die Massennachfrage. Grund: Nachfrageschwäche in Nordamerika durch auslaufende Subventionen (Inflation Reduction Act unter Trump-Regierung), chinesische Konkurrenz und Elon Musks politische Engagements, die das Markenimage belasten.

Die Ripple-Effekte auf Zulieferer wie L&F sind evident: Exklusive Abhängigkeit von einem Modell, das nicht zieht, führt zu katastrophalen Umsatzeinbußen.

Die 4680-Zellen: Teslas Batterierevolution stockt

Die 4680-Zellen wurden 2020 auf Teslas Battery Day als Game-Changer angekündigt: Größere, zylindrische Zellen mit trockenem Elektrodenprozess, der Kosten senken und Energiedichte steigern sollte – Voraussetzung für erschwingliche EVs wie ein 25.000-Dollar-Modell. Versprochene Vorteile: Fünfmal mehr Kapazität, 16 Prozent Reichweitenplus und Kostensenkung um 56 Prozent.

Die Realität ist ernüchternd. Der trockene Beschichtungsprozess erwies sich als technisch anspruchsvoll, mit niedrigen Ausbeuten und Verzögerungen. Aktuell werden die Zellen ausschließlich im Cybertruck eingesetzt, nicht in anderen Modellen wie Model 3 oder Y (heise.de).

> „Probleme mit den Produktionsausbeuten der 4680-Batterien von Tesla [...]“ – Cho Hyun-ryul, Samsung Securities (Reuters).

Diese Monokultur verstärkt Risiken: Ohne Diversifikation hängen Zulieferer wie L&F von einem einzigen Vehikeltypus ab. Teslas Inhouse-Produktion in der Giga Texas zielt auf Unabhängigkeit ab, doch anhaltende Herausforderungen offenbaren die Grenzen ambitionierter Innovationen in der Batterietechnologie.

Folgen für L&F und die Zulieferkette: Ein Warnsignal

Für L&F ist der Tesla-Vertrag geplatzt ein existentieller Rückschlag. Der entgangene Umsatz hätte den Jahresumsatz verfünffacht, nun droht ein Kapazitätsüberschuss. Die Aktie fiel am 30. Dezember 2025 um 11 Prozent, trotz eines YTD-Anstiegs von 16 Prozent bei einem Kospi-Plus von 76 Prozent (LA Times).

Dieser Fall ist kein Einzelfall. LG Energy Solution verliert durch gestrichene Deals mit Ford und Freudenberg rund 9,41 Milliarden Dollar erwartete Einnahmen (Reuters). Ford streicht 19,5 Milliarden Dollar ab, verschrottet EV-Modelle und beendet das JV mit SK On. Freudenberg schließt eine Batteriefabrik in Michigan.

Die Zulieferkette leidet unter Modellabhängigkeit und fehlender Diversifikation. Koreanische Hersteller, die auf hochnickelhaltige Kathoden setzen, sind besonders vulnerabel gegenüber Teslas Schwankungen und dem globalen EV-Abschwung.

Hauptursachen für solche Kürzungen:

  • Produktionsprobleme bei Endkunden.
  • Nachfragerückgang durch höhere Zinsen und Subventionsende.
  • Geopolitische Risiken und chinesische Überkapazitäten.

L&F muss nun alternative Abnehmer finden, was in einem gesättigten Markt schwierig ist.

Globaler EV-Abschwung: L&F als Symptom einer Branchenkrise

Der L&F-Fall spiegelt die globale Verlangsamung der E-Mobilität wider. GM und Ford schrauben Pläne zurück: Ford kündigt EV-Modelle, GM pausiert Investitionen. Der Nordamerikanische Markt bremst durch politische Wenden – das Ende der Inflation Reduction Act-Subventionen unter der Trump-Administration – und höhere Zinsen, die Käufer abschrecken.

Chinesische Konkurrenz mit Dumpingpreisen und Überkapazitäten flutet Märkte; BYD und Co. dominieren. Elon Musks politische Aktivitäten polarisieren Kunden, insbesondere in liberalen Kreisen (LA Times).

Wirtschaftliche Implikationen:

  • Batteriehersteller sehen Überkapazitäten und Preisdruck.
  • Zulieferketten müssen diversifizieren, z.B. in Stationärmarkt oder Hybride.
  • Investoren ziehen Kapital ab; Koreanische Batterieaktien unterperformen.

> „Es gibt allgemeine Ängste im Batteriebereich.“ – Cho Hyun-ryul (Reuters).

Die Branche steht vor einer Reifeprüfung: Von Hype zu nachhaltigem Wachstum, mit Konzentration auf kosteneffiziente Technologien und robuste Lieferketten.

Strategische Lektionen: Die Zukunft der E-Mobilität nach dem Cybertruck-Flop

Der L&F-Tesla-Fall ist ein Mahnmal für die Fragilität der EV-Wertschöpfungskette. Teslas Wette auf die 4680-Zellen und den Cybertruck hat Zulieferer in eine prekäre Lage gebracht, während der globale Markt eine Korrekturphase durchläuft. Was bedeutet das wirklich?

Tesla muss diversifizieren: 4680-Zellen in weitere Modelle integrieren oder auf bewährte Technologien zurückgreifen. Zulieferer wie L&F benötigen breitere Kundenbasen, unabhängig von Einzelhybris. Investoren sollten Risiken der Monokultur meiden und auf nachhaltiges Wachstum setzen.

In einer Branche mit chinesischer Dominanz und regulatorischen Unsicherheiten wird Resilienz entscheidend. Der Übergang von Hype zu Realität birgt Chancen für effiziente Player – doch nur für jene, die aus Fehlern lernen. Die E-Mobilität bleibt zentral für die Energiewende, doch der Weg dorthin ist steinig.